6 wichtige MPU Mythen und Vorurteile: Was stimmt und was nicht?
6 wichtige MPU Mythen und Vorurteile: Was stimmt und was nicht?

6 wichtige MPU Mythen und Vorurteile: Was stimmt und was nicht?

Das Wichtigste vorneweg: die MPU ist kein Idiotentest – aber: sie ist umgeben von zahlreichen MPU Mythen und Vorurteilen. Diese reichen von dramatisierten Horrorgeschichten bis zu vermeintlich sicheren Tipps, wie man die sie spielend leicht besteht. Das führt oft zu Verunsicherung, Angst oder Frustration bei den Betroffenen. Doch was ist Wahrheit, was Fiktion – oder neudeutsch: „Fake“?

MPU Mythen und Vorurteile
Der Gedanke an die MPU: Mythen und Vorurteile

Zunächst die Basics:  Die MPU kann von der Führerscheinbehörde vom Klienten verlangt werden, wenn beispielsweise Zweifel an der Fahreignung eines Autofahrers bestehen. Die Gründe dafür können vielfältig sein, wie beispielsweise Alkohol- oder Drogenmissbrauch, zu viele Punkte in Flensburg, Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr oder gesundheitliche Probleme. Die MPU soll feststellen, ob der Fahrer die notwendigen körperlichen, geistigen und charakterlichen Voraussetzungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr erfüllt.

Fakt ist aber auch: niemand muss beweisen, wie intelligent – will sagen: „schlau“ – er/sie ist.

Schauen wir uns einzelne MPU Mythen mal etwas genauer an:

MPU Mythen Nr. 1 – und „meist gehört“: Die MPU ist eine Abzocke

Ein häufiger Vorwurf ist, dass die MPU nur eine Geldmaschine für die Prüfstellen und die Vorbereitungskurse sei. Die Kosten für die MPU variieren je nach Anbieter und Begutachtungsanlass (am günstigsten kommen „Punkte-Täter“ weg), liegen aber in der Regel zwischen 650 und 1250 Euro. Hinzu kommen eventuell noch Kosten, die irgendwie im Zusammenhang mit der MPU stehen: z.B. für weitere laborärztliche Befunde, psychologische Vorbereitungsgespräche (meist ratsam) oder ggf. Nachschulungskurse. Zusammen genommen kann das schnell ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen.

Fakt ist aber, dass die MPU keine willkürliche Schikane ist, sondern eine Maßnahme, die dem Schutz der Allgemeinheit dient. Die Begutachtungsstellen unterliegen strengen Qualitätskontrollen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und mussten sich zertifizieren lassen. Die Kosten für die MPU sind daher keine Abzocke, sondern spiegeln den Aufwand und die Verantwortung wider, die mit der Begutachtung verbunden sind. Der durch eine MPU erzielte Gewinn der Begutachtungsstelle ist also eher überschaubar, u.a. auch, weil die Kosten für Ärzte, Psychologen, Verwaltungsangestellte, Räumlichkeiten, Technik, Labor usw. stetig steigen. Hinzu kommen Kosten der Qualitätssicherung und ja – auch das Finanzamt hält die Hand auf.   

Verabschieden Sie sich eher vom Misstrauen, dass auf dem Gedanken, abgezockt zu werden. Das bringt Sie definitiv nicht weiter.

Nebenbei bemerkt sollten wir bedenken, dass die MPU eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt: sie dient der Verkehrssicherheit, indem sie das Ziel verfolgt, dass nur die Personen am Straßenverkehr teilnehmen, bei denen keine entsprechenden Eignungsbedenken (die ja aus gutem Grund bestehen können) vorliegen. Die Kosten mögen zunächst hoch erscheinen, doch sie sind eine Investition – nicht zuletzt in Ihre eigene Sicherheit und die Ihrer Mitmenschen.

MPU Mythen Nr. 2: Die MPU ist nicht zu schaffen

Ein anderer weit verbreiteter Mythos ist, dass die MPU so schwer sei, dass man sie kaum bestehen könne. Viele glauben, dass die Gutachter nur darauf aus seien, die Kandidaten zu verunsichern, zu provozieren oder zu überfordern. Die Fragen seien unverständlich, unfair oder gar irrelevant. Die Statistiken zeigen jedoch, dass die Durchfallquote bei der MPU gar nicht so hoch ist, wie oft angenommen wird. Laut BASt lag sie in den Jahren 2020/21 bei rund 38 bzw. 39  Prozent. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer die MPU erfolgreich absolviert haben. Allerdings immer noch viel zu viele Kandidaten, die durchgefallen sind. Die Quote derer, die sich unzureichend vorbereitet haben, ist leider immer noch zu hoch.

Fakt ist also, dass die MPU durchaus zu schaffen ist, wenn man sich gut darauf vorbereitet und ehrlich zu sich selbst und den Gutachtern ist. Die Prüfer sind keine Feinde, sondern Psychologen und Ärzte, die eine objektive und fundierte Einschätzung der Fahreignung abgeben wollen. Die Fragen sind nicht dazu da, um die Kandidaten zu foppen, sondern um ihre Ausgangslage und ursächliche Motivation für Ihr „deliktisches“ Verhalten, ihre Einsicht und ihre Verhaltensänderung zu hinterfragen. Die MPU ist also kein Hexenwerk, sondern eine faire Chance, den Führerschein zurückzuerlangen bzw. zu behalten. Die MPU ist kein Glücksspiel, sondern am ehesten mit einer Prüfung vergleichbar, die mit Ernsthaftigkeit und Engagement gemeistert werden kann.

MPU Mythen Nr. 3: Die MPU ist immer gleich

Ein dritter Mythos ist, dass die MPU immer gleich ablaufe, die gleichen Fragen habe und man sich daher einfach die richtigen Antworten auswendig lernen könne. Viele erhoffen sich, dass sie durch das „Studium“ von Ratgebern, Foren oder Erfahrungsberichten die Begutachtung problemlos meistern können. Ein großer Irrtum, der schnell zum Scheitern führen kann.

Fakt ist nämlich, dass die MPU immer individuell auf den Einzelfall zugeschnitten ist und sich nach den persönlichen Umständen, dem Anlass und dem Verlauf  des Gesprächs richtet. Es gibt daher keine allgemeingültigen Antworten, die für jeden passen. Die Gutachter erkennen schnell, ob jemand nur auswendig gelernte Floskeln wiedergibt oder authentisch und glaubwürdig seine Situation schildert. Die MPU erfordert daher eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern, den Ursachen und den Konsequenzen. Nur so kann man zeigen, dass man aus der Vergangenheit gelernt hat und bereit ist, sein Verhalten zu ändern.

Es gibt also keine Geheimtricks oder Abkürzungen, die eine Garantie für das Bestehen der MPU bieten. Vielmehr führen eine authentische Veränderungsbereitschaft und Selbstreflexion zum Erfolg.

MPU Mythen Nr. 4 – eher ein Irrtum: Die Vorbereitung kann man kurzfristig angehen

Ein vierter Mythos ist, dass man die Vorbereitung auf die MPU kurzfristig angehen könne und dass es ausreiche, sich ein paar Tage vorher ein paar Tipps und Tricks anzueignen. Das ist jedoch eine gefährliche Illusion, die oft zu einem negativen Ausgang führt.

Fakt ist, dass eine adäquate Vorbereitung auf die MPU kein Unterfangen ist, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Eine ernsthafte und langfristige Auseinandersetzung mit den eigenen Verhaltensweisen und eine professionelle Beratung sind i.d.R. essenziell, um die MPU zu bestehen. Kurzfristige Crashkurse können wichtige Aspekte der Vorbereitung nicht ersetzen. Nur in wenigen Fällen kann eine kurzfristige Vorbereitung mit einer geringen Anzahl von Beratungsterminen ausnahmsweise zum Erfolg führen. Dennoch gilt sicher auch: besser überhaupt das ein oder andere Vorbereitungsgespräch als gar keines. Auch deshalb gibt es das Angebot der LastMinute-Vorbereitung.

MPU Mythen Nr. 5 – wie gemein: Alles, was man bei der MPU sagt, wird gegen einen verwendet

Ein fünfter Mythos ist, dass alles, was man bei der MPU sagt, gegen einen verwendet werde und dass man daher besser möglichst wenig oder gar nichts sage oder einfach eine passende Geschichte erzählt. Diese Annahmen sind jedoch ein fataler Fehler, der zu einem negativen Ergebnis führen kann – man kann schon fast sagen: führen wird.

Fakt ist, dass die Gutachterinnen und Gutachter daran interessiert sind, ein objektives Bild Ihrer Fahreignung zu erhalten. Ehrlichkeit und Offenheit sind daher von großer Bedeutung und werden Ihre Chancen auf ein positives Ergebnis verbessern. Wenn Sie versuchen, etwas zu verschweigen oder zu beschönigen, werden die Prüfer das schnell merken und Ihnen beispielsweise mangelnde Einsicht oder Veränderungsbereitschaft vorwerfen. Die Gutachterinnen und Gutachter sind keine Gegner, sondern Fachleute, die Ihnen helfen wollen, Ihre Fahreignung wiederherzustellen.

MPU Mythen Nr. 6: Einmal durchgefallen – immer durchgefallen?

Ein sechster Mythos ist, dass die MPU das endgültige Aus sein könne und dass man nach einer negativen MPU keine Chance mehr habe, den Führerschein zurückzubekommen. Ähnliche Fehlannahmen sind verbunden mit der Sorge, dass man bei der ersten MPU sowieso durchfalle. Beides sind jedoch falsche Annahmen, die zu Resignation oder Hoffnungslosigkeit führen können. 

Fakt ist, dass die MPU nicht das endgültige Aus ist, sondern eine Chance, die man nutzen kann. Auch wenn man die MPU nicht beim ersten Mal besteht, kann man sie wiederholen, so oft wie nötig und die Haushaltskasse das mit macht. Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt und sich nicht entmutigen lässt. Die MPU ist keine Endstation, sondern oft – so zeigt meine Erfahrung – der Start in ein neues Leben.

FAKT ist: Das FAZIT lässt sich sehen

Die MPU ist eine ernste Angelegenheit, die viele Menschen vor eine große Herausforderung stellt. Es gibt jedoch keinen Grund, sich von Mythen und Vorurteilen abschrecken zu lassen. Mit einer guten Vorbereitung, einer ehrlichen Selbstanalyse und einer positiven Einstellung (zumindest nicht ablehnenden Haltung) kann man die MPU bestehen und den Führerschein zurückbekommen. Dabei ist es meist hilfreich sich professionelle Unterstützung zu suchen, zum Beispiel von einem Verkehrspsychologen, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Auch bei MPU-Know-how.de sind Sie bestens aufgehoben.

Ich hoffe, dass Ihnen dieser Artikel etwas Klarheit über die geheimnisumwitterte MPU verschafft hat. Wir laden Sie ein, Ihre eigenen Erfahrungen, Gedanken oder Fragen in den Kommentaren zu teilen. Haben Sie von anderen MPU Mythen gehört, die hier nicht erwähnt wurden oder Tipps, die Sie für besonders hilfreich halten? Oder möchten Sie Ihre persönliche Geschichte teilen? Der Austausch von Erfahrungen kann anderen Mut machen und helfen, die MPU nicht als Endstation zu sehen. Ihre Erfahrungen? 😊

MPU-Know-how.de
Author: MPU-Know-how.de

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