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Bei der MPU durchgefallen und kein Plan, wie es weitergeht?
Bei der MPU durchgefallen und kein Plan, wie es weitergeht?

Bei der MPU durchgefallen und kein Plan, wie es weitergeht?

Durchgefallen bei der MPU - Und jetzt?
„Bei der MPU durchgefallen? Ich? Und jetzt?“

„Was – Bei der MPU durchgefallen? – DU?“ Solche Fragen können einem schon mal sauer aufstoßen. Mindestens. Als hätte man nicht schon genug damit zu tun, das irgendwie zu verarbeiten. „Habe ich das nicht irgendwo im Internet gelesen, dass man beim 1. Mal sowieso durchfällt?“ Gefühlt tut sich vor einem der Boden auf – man möchte versinken.

MPU durchgefallen! – Eindrücke einerseits

Von dieser Erfahrung wird immer wieder berichtet. Kann man auch nachlesen, z.B. in div. MPU-Foren. Aber auch Neuklienten berichten immer wieder davon, wenn Sie sich verzweifelt an mich wenden: „Bitte helfen Sie mir – ich bin durchgefallen bei der MPU! Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Ahnung, was ich falsch gemacht haben könnte“ usw.. Die Scham ist mindestens genauso groß wie der Ärger. Nur trägt man die nicht gern nach außen. Macht es mit sich selbst aus. Ein Fehler.

Gründe: Warum bin ich bei der MPU durchgefallen?

Die Gründe sind objektiv betrachtet meist ähnlich. Meine erfahrungsbasierte Top Ten-Liste kann man sich bei Bedarf gerne anschauen. Aus Sicht der Klienten sieht das jedoch meist vollkommen anders aus – oft diametral entgegengesetzt. Oft höre ich: „Der Gutachterin hat einfach meine Nase nicht gepasst.“ ,oder „Ich habe das sofort gespürt, dass sie mich nicht leiden kann“. Manchmal auch: „Ich hab so komische Fragen gestellt bekommen, die haben mich vollkommen durcheinander gebracht.“ Oder- bezogen auf die Fragen: „Der Gutachter hat mich komplett falsch verstanden.“

Ich könnte noch viele ähnliche Beispiele aufzählen – allein: es bringt niemanden weiter.

MPU durchgefallen! – Fakten andererseits

Allen gemein ist jedoch: es sind zunächst subjektive Eindrücke. Oft der angespannten Situation und der Aufgeregtheit geschuldet. Manchmal auch vorurteilsbasiert. Viele MPU-Kandidaten (vor allem jene, die sich nicht mit fachlicher Unterstützung darauf vorbereitet haben) haben Vorurteile, die dann unbewusst nach Bestätigung drängen. Entsprechend nehmen sie dann Fragen und Äußerungen der Gutachter als provokativ und hinterhältig war. Und fühlen sich in ihren Annahmen bestätigt. „Ist doch klar, dass ich dann durch die MPU falle.“

Alle Systeme sind falsch, die auf Beständigkeit der menschlichen Natur, nicht auf seiner Wandlungs- und Entwicklungsfähigkeit beruhen.

[Oscar Wilde]

Nüchtern betrachtet stellt sich die Situation jedoch – zumindest in aller Regel – meist anders dar. Zunächst mal hilft Aufklärung: Gutachter haben neben ihrer beruflichen Expertise (Studium der Medizin/Psychologie), die überhaupt erst zur gutachterlichen Tätigkeit befugt, eine entsprechende Ausbildung seitens der Begutachtungsstellen durchlaufen. Darüber hinaus stellt sich der Begutachtungsprozess als klar strukturiert und vorgegeben dar. Basis hierfür sind die Begutachtungskriterien und die Begutachtungsleitlinien. Diese werden immer wieder aktualisiert und in ihrer Anwendungspraxis überprüft. Ebenfalls kontrolliert werden immer wieder die Begutachtungsstellen und die Qualität der Gutachten – hier z.B. vom Kraftfahrt-Bundesamt. Nicht zuletzt akzeptieren auch die Führerscheinstellen ein MPU-Gutachten nicht, wenn es die zugrunde liegende Fragestellung nicht oder unzureichend (z.B. nicht nachvollziehbar hinsichtlich der Schlussfolgerungen).

Weitere Umstände – der menschliche Faktor

„Menscheln“ 1

Auch wenn es immer Zeitgenossen gibt, die glauben, die MPU sei unmenschlich.

Die Wahrheit ist: auch dort arbeiten Menschen.

Und: Wo Menschen – da Fehler.

Mir ist es selbst schon so gegangen, dann mir ein Klient, mit dem ich mich aus meiner Sicht erfolgreich auf seine MPU vorbereitet hatte, ein negatives Gutachten unter die Nase hielt (naja, fast: er rief mich verstört an und „klagte“ sein Leid). Ich ließ mir das Gutachten zusenden. Sie können sich vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich beim Lesen des Gesprächprotokolls keinerlei „Fehler“ erkennen konnte. Nichts deutete auf ein negatives Ergebnis hin. Auch formal gab es keine Beanstandungen: der Klient hatte die erforderlichen Abstinenznachweise vorlegen können. Was war also geschehen?

Ganz einfach: Der Gutachter hatte den falschen Textbaustein in seinen Ergebnisteil „eingebaut“. Und das sicher nicht aus böser Absicht. Es war einfach – ein Fehler.

Ergebnis: es wurde korrigiert.

Nix mit: „MPU durchgefallen“ – Das Gutachten war am Ende also positiv. Der Klient glücklich. Ich zufrieden.

Durchgefallen Enter
Tippfehler – passieren auch MPU-Gutachtern

„Menscheln 2“

Es gibt sicher Berufsgruppen, bei denen landläufig die Meinung herrscht: dafür muss man geboren sein. Ärzte und Psychologen gehören in der Regel dazu. Und – sind wir ehrlich: eine gewisse „Menschenfreundlichkeit“ ist sicher nicht schädlich und entsprechend oft vorzufinden (vielleicht abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, die wiederum notwendig sind, um die Regel zu bestätigen).

Psychologen helfen

Das bedeutet, dass Ärzte und Psychologen in erster Linie oft deshalb Ärzte und Psychologen geworden sind, um – ja tatsächlich – Menschen zu helfen. Und wo wir schon dabei sind und bereits weiter oben festgehalten haben: Auch Gutachter sind Menschen:

Menschen, die anderen Menschen helfen wollen. So jedenfalls die Quintessenz.

„Menscheln 3“

Auch Gutachter (da Menschen) haben schlechte Tage. So wie Sie. Auch in Ihrem Job.

Stress führt zu Fehlern.

Deshalb: seien Sie nachsichtig. Sind Sie gut vorbereitet und begegnen dem Gutachter offen und zugewandt, wird selbst ein schlechter Tag ein guter Tag. Für Sie und am Ende möglicherweise auch noch für den Gutachter.

Lesen Sie gern auch den Beitrag Die MPU nicht bestanden? Kopf hoch, jetzt geht’s erst richtig los!

MPU-Know-how.de
Author: MPU-Know-how.de

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